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N52.
905919°
E13.
531185°

Jagdschloss Schorfheide / Bodendenkmal Carinhall, Schorfheide

Archäologische Notbergung von Bauelementen auf dem Gebiet des Bodendenkmals Carinhall und Präsentation in der Dauerausstellung ‚Jagd und Macht‘ im Jagdschloss Schorfheide

Umsetzung durch

Gemeinde Schorfheide, Projektleiterin Kerstin Kämpfe

Maßnahme

Bergung einer durch Raubgrabung freigelegten Säule und ggf. weiterer Architekturelemente vom ehemaligen Anwesen Carinhall zur dauerhaften Präsentation

Das Jagdschloss Schorfheide in Groß Schönebeck war Aufenthaltsort der königlichen Herrschaften und deren Jagdgäste und wurde im 20. Jahrhundert als Wohn- und Verwaltungsgebäude sowie Kulturhaus genutzt. Heute befindet sich im Jagdschloss ein Teil der Ausstellung „Jagd und Macht“. Weitere Ausstellungssektionen sind in der Museumsscheune und Remise untergebracht. In der Schorfheide sind Jagd und Macht seit fast 1000 Jahren eng miteinander verwoben. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Schorfheide und der Mächtigen, die hier ihr Revier hatten und der Jagd zur Selbstdarstellung und zum Zeitvertrieb nachgingen.

Unweit des Schlosses befindet sich das Bodendenkmal „Carinhall“. Bis zur Sprengung 1945 erstreckte sich hier zwischen dem Großdöllner See und dem Wuckersee der ehemalige Jagd- und Wohnsitz von Hermann Göring. Die Anlage wurde 1933-39 zu Repräsentationszwecken des Nazi-Regimes gebaut und mehrmals erweitert. Auf Befehl von Göring wurde sie vor dem Heranrücken der Roten Armee zerstört; die Überreste hatte man in den 1950er Jahren planiert. Anfang 2020 wurde von Raubgräbern, die allerdings vor der Bergung ihrer Beute von der Polizei gestellt wurden, eine unkannelierte Säule aus rotem Veroneser Marmor freigelegt. Die Säule gehörte zu einer Reihe von vier baugleichen Säulen, welche die zum Großdöllner See gelegene Fensterfront des Großen Speisesaals gliederte. Bei der Sprengung im April 1945 war sie in den darunter liegenden Kellerbereich gestürzt. Zum Schutz vor weiteren illegalen Grabungsaktivitäten erfolgte am 1. Dezember 2020 die Freilegung und Bergung der Säule, die danach zum Jagdschloss Schorfheide abtransportiert wurde. Dort ist sie seit Februar 2021 Teil des Ausstellungsbereichs „Jagd und Macht“, der sich mit der Zeit des „Dritten Reichs“ und dessen Auswirkungen in der Schorfheide befasst.

 

„Die Dank der Förderung geborgene Säule steht in der Ausstellung 'Jagd und Macht' sinnbildlich als pars pro toto für den monumentalen Waldhof Carinhall als ehemaliger Machtzentrale Hermann Görings. Sie macht den verschwenderischen Einsatz von Baumaterial und Arbeitskraft deutlich und ist damit ebenso Teil des NS-Regimes wie die verbrecherischen Entscheidungen in der Zeit von 1933 bis 1945.“

Kerstin Kämpfe, Leiterin Jagdschloss Schorfheide

Projekt­details

Art der Einrichtung

Bodendenkmal / Museum

Bundesland

Brandenburg

Fördersumme DVA

15.000,00 €

Förderjahr

2020